Кріс Драйєр / Chris Dreier, Центральний автовокзал Львів / Zentraler Busbahnhof Lemberg, 2017

 

Galerie ZEFIRINA
Львів/Lemberg

 

Eröffnung: Fr 13.07.2018, 19 Uhr

Ausstellung: 14.07. – 04.08., Mi- Sa 12 – 17 Uhr

 

ul. Zavodska 31

79000 Львів

 

Lemberg gehört zu den Metropolen, die aus einer westeuropäischen Wahrnehmung an der Peripherie liegen, sowohl geographisch als auch vor allem kulturell. Aus dieser Perspektive ist Osteuropa zum Schauplatz von Umwälzungen geworden, die Unordnung, Vermischungen, Gewalt und Unübersichtlichkeit erzeugen. So zeigen sich im Blick von Westen nach Osten: unklare Grenzen, ethnische Konflikte, kulturelle Vielfältigkeit, ökonomisches Chaos, Migration. Dabei war Europa immer in seiner Geschichte eine zerklüftete Topographie, ein Schauplatz von Wanderungs-bewegungen, hybriden Mischungsverhältnissen, Reibungen und immer neuen Grenzverschiebungen. Vom Osten aus ist die Frage nach der intellektuellen und künstlerischen Produktivität des Europäischen als Qualität der Begegnung, der Vermischung und Ent-Ortung anders zu stellen. Und von hier aus wären die üblichen Zuordnungen von Zentrum und Peripherie neu zu denken: es sind vielleicht die unordentlichen Ränder Europas, an denen das 21. Jahrhundert wirklich anbricht.
Wir haben Chris Dreier, Alekos Hofstetter, Hartmut Jahn und Frank Lohmeyer auf die Reise geschickt, diesen Traditionslinien zu folgen, ihr Fortwirken in der heutigen Lebenswirklichkeit, ihre Entwicklung, ihre Transformationen sichtbar und erlebbar zu machen.
Im ersten Teil des langfristig angelegten Projekts EUROPA ZENTRAL haben sie sich in Lemberg mit Natalia Mysak und Grigory Semenchuck im Stadtraum auf Erkundungen nach Spuren des gemeinsamen kulturellen Erbes, nach Brüchen, nach Leerstellen und Überschreibungen, Neuformulierungen begeben.
Die Ausstellung ist Teil des von der Zwitschermaschine Berlin und den Kuratoren Stephan Kruhl und Margita Weiler mit Unterstützung der Stiftung Horizon initiierten Projekts EUROPA ZENTRAL.

Die Ausstellung in Lemberg wurde möglich durch die Unterstützung der Galerie Zefirina https://www.facebook.com/zefirinaart/, das Projekt Fredra.61 http://fredra.org/ , die Stiftung Horizon  http://www.horizonfoundation.nl/, und wurde gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa  https://www.berlin.de/sen/kultur/en/

 

Кріс Драйєр & Франк Ломеєр / Chris Dreier & Frank Lohmeyer, Львів /Lviv 2017 –
©Алєкос Гофстеттер /Alekos Hofstetter

 

Chris Dreier

Chris Dreier, geboren in 1961, lebt seit 1980 in Berlin. 1983–87 Studium der Visuellen Kommunikation an der HdK Berlin bei Prof. Ramsbott (Meisterschüler). 1981–82 Mitglied der Avant-gardeband „Die Tödliche Doris“. Experimentelle Soundprojekte mit Frank Lohmeyer (Spadelove), Ursula Döbereiner (Burqamachines), Gary Farrelly (Dexia Defunct) und Wolfgang Müller (Ex Die Tödliche Doris). Regelmäßige Ausstellungen im In-und Ausland, u.a. Contemporary Museum MWW Wroclaw, Central Trak, Dallas, USA, Pass Projects, Wuppertal, Laura Mars Grp, Berlin. 2015 Gründung des „Office for Joint Administrative Intelligence“ OJAI, in Kollaboration mit Gary Farrelly .  http://www.chrisdreier.de // http://www.jointintelligence.org

 

 

 

 

 

Алєкос Гофстеттер / Alekos Hofstetter: Державний архів Львів (Поїздка до Львова) /
Staatsarchiv Lemberg (Reise nach Lemberg), Змішана техніка / Mischtechnikб 2017

 

Alekos Hofstetter

Der Zeichner und Maler Alekos Hofstetter wurde 1967 in Bonn geboren und ist aufgewachsen in Bonn, Brüssel und Bangkok. Sein Künstlerkollektiv, die BEWEGUNG NURR wurde 1989 von ihm gemeinsam mit Christian Steuer und Daniel H. Wild in Dresden gegründet. Seit 2011 beschäftigt sich Alekos Hofstetter mit dem Werkzyklus „Tannhäuser Tor“. Thema des Werkblocks ist das Verhältnis von Raum, Zeit und Distanz, und im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit den sich im Wandel der Zeit verändernden Perspektiven auf die Nachkriegsmoderne und ihre Architektur. www.alekos-hofstetter.de

 

Гартмут Ян / Hartmut Jahn: Львівські кольори / Lviv Colours, Диптих / Diptychon, 2017

 

Hartmut Jahn

Der Fotograf und Filmautor Hartmut Jahn wurde 1955 in Hannover geboren und lebt seit 1978 in Berlin. Seine Arbeiten sind international ausgezeichnet u.a. mit dem Deutschen Videokunst-Preis des ZKM  Karlsruhe, Golden Gate Award San Francisco. Ausstellungen: DIE NEUEN BESITZER DER BERLINER MAUER, Auswärtiges Amt 2009, LUST:LANDSCHAFT 2014-18, Beteiligt u.a. an „40jahrevideokunst.de„, Leipzig, Düsseldorf 2006, „Räume des XX. Jahrhunderts III“, Neue National-galerie Berlin 2003, „New German Films“, MoMa, N.Y. 2002. Teil dieses Projekts sind die „Lemberg Rhapsody“ (12 – 120 Min.) und der Fotografie-Zyklus „Colors of L’viv“, 12 Diptychen à 50x70cm.

 

 

 

Франк Ломеєр / Frank Lohmeyer: Консерваторія / Konservatorium, Львів / Lemberg 2017
Still from Sound-Map: Звуки з Львова

 

Frank Lohmeyer

Frank Lohmeyer wurde 1970 geboren und lebt in Berlin, wo er Medizin und Musikwissenschaft studierte. Nachdem er sich Mitte der 90er Jahre auf Malerei konzentrierte, wechselte er zu Computermusik, Animation und Netzkunst, gefolgt von Ton- und Videoinstallationen. In seinen verschiedenen elektronischen Klangprojekten – unter anderem Spadelove und Burqamachines mit Chris Dreier – arbeitet er mit Field Recordings, analogen Synthesizern und Computer.

 

Наталя Мисак / Natalia Mysak: Загальний Львівський пейзаж (фрагмент) /
Generic Lvivscape (fragment), 2018

 

Natalia Mysak

Natalia Mysak ist Architektin in L´viv/Lemberg. Sie hat Architektur am Polytechnischen Institut in Lemberg studiert. Seit 2013 betreibt sie als Doktorandin Studien zur Identität spätmodernistischer Großsiedlungen und Trabantenstädten in verschiedenen europäischen Kontexten. Sie war zu Forschungsaufenthalten an der Universität Malmö (2015-2016) und der TU Wien (2013). Seit 2016 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Stadtgeschichte Ostmitteleuropas, Stadtforschung, Bereiche: architektonische Identität, Fotografie und visuelle Praxis.

 

 

 

Григорій Семенчук / Grigory Semenchuk,  Львів /Lviv 2017 – © Гартмут Ян / Hartmut Jahn

 

 

Grigory Semenchuk

Grigory Semenchuk ist Lyriker, Kulturaktivist, Musiker und Publizist. Er wurde 1991 im ukrainischen Chmelnyzkyj geboren. Autor von zwei Gedichtbänden: „Interner Dschihad“ (Meridian Czernowitz, Chernivtsi, 2012) und „Mehr Verse und Lieder“ (Old Lion Publishing House, Lviv, 2015). Teilnahme an intl. Literaturfestivals, Mitbegründer der Band „DRUMTYATR“. Gemeinsam mit der deutschen Lyrikerin Ulrike-Almut Sandig bildet er die poetische Band „LANDSCHAFT“. Semenchuk ist Leiter der Nichtregierungsorganisation Lviv Art Council „Dialogue“ und Leiter des Festivals „Monat der Autorenlesungen“ in Lviv. Er lebt in Lemberg, Ukraine.

 

 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

 

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