PACHAMAMA. ERDE FIRST.

GRUPPENAUSSTELLUNG

Ausstellung in der Zwitschermaschine

• Verkaufsausstellung
"Die dargestellten Arbeiten sind käuflich zu erwerben, mindestens eine ist vor Ort zu sehen"
Eröffnungwochenende: Fr. 04.12 + Sa. 05.12.2020 • 15-20 Uhr
Ausstellung: 09.12.-09.01. • Mi-Fr 15-18 / Sa 12-15 Uhr u.n.V. *

Aufgrund der neuen Corona-Regeln bleibt die Ausstellung bis auf weiteres geschlossen.
Zusätzliche Öffnungszeiten vom 11.01. bis 14.01.2021
: Mo-Do 14-18 Uhr u.n.V.*


COCO & Pachamama, ending with smile - von Laura J. Lukitsch


Teilnehmende Künstler :

 

Hannah Becher

geb. 1963 in Marburg

lebt und arbeitet seit 1983 in Berlin. Arbeitet in verschiedenen Theatern hinter, über und unter der Bühne. 1991-94 Ausbildung Malerei / Bühnenbild bei Pauline Disonn und Andrej Woron. 1998-2003 entwirft sie Bühnen- und Kostümbilder für Opernproduktionen in Malaysia. Sie stellt in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen aus und ist Mitglied der Künstlergruppe RUW! die jährlich ein Künstlermagazin heraus gibt.

Hannah Becher Venus
Haben Und Mehr Haben II, 2018, Stift auf Papier, 40 x 28 cm gerahmt

Die Venus von Willendorf Symbol für Fruchtbarkeit? Ursprung? Natur? Die Forschung sagt wenig zu diesem fast 30 000 Jahre altem Objekt. Soll und Haben, wie es auf diesem Blatt eines alten Bilanzbuches zu sehen ist steht für wirtschaftlichen Wachstum und Kapitalvermehrung. Geht das zusammen?

 

 

Meine Arbeiten zeigen Industriekultur und deren Artefakte. Ausgangsmaterial sind Fotos von Maschinen und funktionaler Architektur, die wie Dinosaurier der Industrialisierung das Bild von Städten und Landschaft prägen. Hier eine grüne Rückeroberungsphantasie durch die Natur, die wie sich im globalen Lockdown herausgestellt hat, ganz real stattfinden kann.
Grün VII
Grün VII, 2019, Acryl auf Papier, 68 x 42 cm

Grün VIII
Grün VIII, 2019, Acryl auf Papier, 68 x 42 cm

» hannahbecher.de


 

Markus Draese

geb. 1965 in Werden / Ruhr

1984 - 86 - Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
seit 1986 freischaffend
lebt und arbeitet in Berlin

3 Jahre lang hat der Maler Markus Draese Sommers halbtags im Wald verbracht. Auf der Suche nach der Darstellbarkeit von Raum und Zeit.

Blatt 20 (30.07.2016)
Blatt 20 (30.07.2016), 42 x 59,4 cm, Ölpastell auf Papier

Malerei ist eine Wissenschaft und sollte als Untersuchung der Naturgesetze betrieben werden.

Warum nicht die Landschaftsmalerei als einen Zweig der Naturphilosophie betrachten, bei dem die Bilder nur die Experimente sind ?

John Constable
Blatt 12 (23.06.2016_3)
Blatt 12 (23.06.2016_3), 42 x 59,4 cm, Ölpastell auf Papier

Blatt 17 (29.06.2016_2)
Blatt 17 (29.06.2016_2), 42 x 59,4 cm, Ölpastell auf Papier

» markusdraese.de


 

Pierre Fischer

geb. 1968 in Strasbourg

Lebt und arbeitet seit 1992 in Berlin
1990 Diplom der Ecole Nationale Supérieure des Beaux Arts, Paris und 1991 Licence d’Arts Plastiques an der Universität Strasbourg
1988-1992 Arbeitsaufenthalt in Utrecht; Gaststudent bei Konrad Klapheck und Norbert Tadeusz an der Kunstakademie Düsseldorf
1996-1998 Kunstdozent an der Volkshochschule, Assistent des Kupferdruckers Willibrord Haas, Berlin, Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In‐ und Ausland / 2002-2015 gefördert durch das Atelierprogramm des Senats Berlin

Rework II 2003-2014
Rework II 2003-2014, 45 x 45 cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Cadillacs in the forest 2018 55 x 120 cm Öl und Acryl auf Leinwand
Cadillacs in the forest, 2018, 55 x 120 cm, Öl und Acryl auf Leinwand
Flamme I
„Flamme I“, 2016, Öl und Acryl auf Leinwand, 120 x 80 cm

"Als mich Stefan Henle auf diese thematische Ausstellung ansprach, war ich zunächst überrascht. Der Titel „Pachamama“, schien mir zuerst sehr fremd, ich muss gestehen, den Begriff hatte ich nie gehört.
Dann dieser provokative Untertitel „Erde first“ der sofort klingt wie eine gute und kontroverse Antwort auf dem zu oft deklamierten „A... first“!
Die Natur hat mich immer fasziniert, ich empfinde für sie großen Respekt. So auch der Mensch in all seinen Formen und Gedankenwelten.
Obwohl ich persönlich keinen direkten Bezug zu Lateinamerika oder zu den Naturvölkern, beziehungsweise deren Kult oder Kultur habe, bewundere ich, wie sie in Harmonie und Nähe zu der Natur leben. Bewusst ist mir auch, wie bedroht sie sind.
Autoren wie Gabriel Garcia Marquez, Carlos Castaneda oder Isabel Allende faszinieren mich seit jeher. In ihren Erzählungen verweben sich oft zur realen Welt Parallelen, Realitäten und Traum, welche stark an die ursprünglichen Elemente gebunden sind.
In meinen Bildern entstehen unerklärliche Zusammenhänge, wodurch die Betrachtung manchmal erschwert wird. Diese lassen oft an Traumwelten denken. Dabei ist eher die Fragestellung als die Antwort meine Motivation.
Das Bild „Flamme I“ von 2016 ist hierfür ein typisches Beispiel: Das Feuer als Hauptelement bestimmt die Komposition. Gleichzeitig erlaubt es, einen Raum zu öffnen, in dem eine menschliche Figur schwimmt. Unbestimmt werden Element Luft und Wasser erahnt. Das Element Feuer assoziiert verschiedene Empfindungen: Wärme / Kälte, Schutz / Gefahr, Wohlbefinden / Angst, Licht / Schatten. Auch die Trennung von Dunkelheit und Helligkeit schafft einen undefinierbaren Raum, der an Magie und Mysterium denken lässt. Sagt man nicht, dass Feuer Schatten tanzen lässt? Und was ist mit unseren eigenen Schatten?"

» pierre-fischer.de


 

Norbert Fritsch

Norbert Fritsch, UdK, Meisterschüler bei Karl Oppermann:

1952 geboren in Riesa, Sachsen, 1968 - 1973 Studium, Ausbildung zum Gartenbau-Ingenieur, 1974 - 1978 Studium der Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin, 1979 Meisterschüler bei Professor Karl Oppermann, Ab 1980 freischaffend künstlerisch tätig.

Fritsch lebt in Berlin und in Montvicq/Auvergne (Frankreich). Studienaufenthalte, Stipendien und Reisen führten ihn nach Rendsburg, in den Oderbruch, nach Prag, Belgien, Böhmen, Bayern, Südfrankreich, Spanien, Elba und in viele andere Länder und Landschaften. Das umfangreiche expressive bildnerische Werk des Künstlers umfasst neben großformatigen Stadtlandschaften und Skizzen aus der Stadt Berlin im Umbruch vor und nach dem Fall der Mauer, frankreich-inspirierte Landschaftsaquarelle und Blumenstilleben, musikalische Impressionen, Portraits, Stillleben sowie zeichnerische und malerische Skizzen aus dem Alltag und aus Reisen.

Erdgeister
Erdgeister, Öl auf Nessel, 70 x 55 cm
Himmelgeister
Himmelgeister, Öl auf Nessel, 70 x 55 cm

„Ich bin tatsächlich gelernter Gärtner. Ich nehme Erde in die Hand, um damit zu arbeiten. Ich liebe lebendige Stoffe, Farbe ist wie Erde lebendig, um zu erschaffen, da stecken Geister drin, Wahrhaftigkeit, der Ursprung der Welt steckt da drin. Es gibt wenige Grundfarben, es sind immer die gleichen, aber was man alles damit erschaffen kann!

Ich habe zwei Bilder ausgewählt, beide sind anders gebaut, hier das Haus auf dem Berg, hier unterm Vollmond, ein mythischer Zusammenhang – diese Zusammenhänge sind wichtig. Die Verehrung der Natur und ihrer Geister gib es schon seit Tausenden von Jahren, Schamanentum auch in Japan, in Australien, auch in Asien, wie Yin und Yang, ein Ausdruck dafür, dass Alles ein Gegenteil besitzt und erst damit zum Ganzen wird - es gibt überall Parallelen. Vom Jäger zum sesshaften Sammler stand immer die Frau im Mittelpunkt, sie war bestimmend für Aussaat und Wiedergeburt, das Werden, Vergehen und Sein.

Ich denke an die Venus von Willendorf, an Mineralien und Stein. Steine sind das Gedächtnis der Natur. Wenn ich Steine anfasse, erzählen die Geschichte, sie sind Energiequellen, wie einen Baum umfassen, Kirchen anfassen. Die Frau war immer im Mittelpunkt, ist Sinnhaftigkeit des Seins. Wir alle sind abhängig von der Frau, der Weiblichkeit. Man sollte die Natur und ihre Symbolik erkennen, in allen Kulturen: das indigene Volk der Maya z.B. hatte viele Kenntnisse, sie sahen die astronomischen Zusammenhänge, das Entstehen von Leben. Das Konzept der Maya vereint alle Dualität in sich, Handeln wurde bestimmt durch den Kalender der Natur und ihre Zusammenhänge. Der Blick hinter die Fassade ist wichtig für den Einklang mit der Natur.

Erdgeister entstand 2005 in Berlin, Himmelgeister dann in Frankreich. Das Thema hat mich philosophisch herausgefordert, darüber nachzudenken, Pachamama in uns zu sehen. Ich gehe blind in die Gruppenausstellung, ist wie ´ne Wundertüte, ich lasse mich drauf ein, gespannt, was die Vielfalt dort schafft. Es ist wie beim Weihnachtsbaum: manche Kugeln glänzen, manche will man zerdeppern (lacht).“

 


 

Ulrich Grüter

lebt und Arbeitet in Berlin

2020 kuratorisch tätig seit 1993
2010-20 Zusammenarbeit mit Christiane G.Kant
1990 Gründung der Aktionsgruppe Künstler brauchen Ateliers mit Alke Brinkmann und Torsten Prothmann
1993-2000 Gründung und Leitung der Projektgalerie SOMA


Wir treten „Pachamama“ mit Füßen, missachten das Leben, ausser unser eigenes und halten uns für die Krone der Schöpfung.

Wenn wir so weiter machen fliegt uns alles um die Ohren.
Fehler im System, 2020, Fotografie/ Digitale Bildbearbeitung
„Fehler im System“, 2020, Fotografie/ Digitale Bildbearbeitung

 


 

Christoph Hegemann

Christoph Hegemann geboren 1959 in Münster ist Autodidakt.
Seit 1983 ist er als Maler und Objektkünstler tätig, 1981 Einblick in den Beruf des Formers und Bronzegiessers / Firma Schwaab - Münster, 1983 - 1986 Damenschneiderlehre - Bremen, 1987- 2007 Aufenthalt in Spanien, Geburt seiner Tochter Neves, 1992-1995 Leitung der Galerie Cap Quadrat in Spanien, lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin, seit 2008 begleitet er als Beauftragter der Abteilung Kunst des Institut für Auslandbeziehungen international Kunstausstellungen.
In seiner Arbeit beschäftigt er sich fast ausschliesslich mit der Skulptur. Seine Materialien sind Pappmaché , Beton , Bronze und Glas.

Nie mehr schlafen 67cm x 43,5 cm x 20cm , Gibs-Sand  2014
„ Nie mehr schlafen “ 67cm x 43,5 cm x 20cm , Gibs-Sand 2014

Während der 90er Jahre lebte und arbeitete ich in Spanien als Künstler und Überlebenskünstler mit verschiedenen Projekten und Jobs. Dabei offenbarte sich mir eine Entdeckung. Auf einer meiner Baustellen, kurz vor Feierabend, beobachtete ich einen Maurer, der den Inhalt seines Eimers mit Restmörtel durchs Fenster auf einen Haufen aus Sand und Abfällen schüttete.

Einige Tage später hob ich den ausgehärteten Mörtelklumpen aus seinem Bett, drehte ihn um und fand ein eigentümliches maskenhaftes Gebilde. Diese Beobachtung gab mir Anlass zur Erkundung eines Verfahrens, dass den Verlauf der geplanten Konstruktion mit der zufälligen Dynamik der verschiedenen Komponenten/Materialien verbindet/verquickt.

Seither gestalte ich Figuren aus Sand, Erde und anderen Materialien mit der Technik einer verlorenen Form, die mit flüssigem Mörtel, Beton, Gips, etc. gefüllt wird. Der Zufall begleitet alle Arbeitsschritte und erzeugt eine Mischung aus geplanten und unvorhergesehenen Ergebnissen.
Bist du meine Mutter ? 47cm x 18cm x 10cm , Gibs-Sand 2015
„Bist du meine Mutter ?“ 47cm x 18cm x 10cm , Gips-Sand 2015

Du bist auch nicht besser 46cm x 15cm x 8cm , Gibs-Sand 2015
„Du bist auch nicht besser“ 46cm x 15cm x 8cm , Gibs-Sand 2015

 


 

Stefan Henle

geb. 1966 in Bonn

1976 Musisches Künstlerisches Gymnasium Essen-Werden, 1986 Hochschule der Künste Berlin, Grundausbildung Freie Malerei, 1989 Studium der Rechtswissenschaft FU Berlin, Rechtsanwalt für Vertragsrecht, Urheberrecht/ Projektmanagement Kultur, lebt/ arbeitet in Berlin

Columbus
„Columbus“, Öl auf Papier, 40 x 60 cm, 2020

Unsern Brüdern I, II
„Unsern Brüdern I, II“, Öl auf Papier, 37,5 x 27,5 cm, 2020
System
„System“, Öl auf Papier, 60 x 50 cm, 2018

„Ein Besuch 2015 verschiedener Projekte in Ecuador gemeinsam mit Diego Gradis von Traditions pour Demain i.R.v. meiner Tätigkeit für Horizon offenbarte mir die ursprüngliche Lebensart und naturverbundene Spiritualität der dort lebenden Indigenen. Ein unmittelbares Sehnsuchtsgefühl kam auf, wie es nur bei manchem Erlebnis in der Natur entstehen kann.

In Berlin muss man die ursprüngliche in Ruhe liegende Natur geradezu suchen. Im Gegenzug dessen nervt der ignorante Egoismus des ICH HIER JETZT, der einem allgegenwärtig und medial entgegenschlägt. An erster Stelle steht doch Gesundheit in gesunder Umwelt auf gesundem Grund und Erde, die Relevanz der Nachhaltigkeit für uns und unsere Kinder, langfristiges Denken, ein Glaube an gewisse Beständigkeit des Ursprünglichen. Persönliche Ausgewogenheit und sinnvolle Tätigkeit für UNS, das WIR ist so wichtig.

Die Natur ist mir Ruhe, Meditation und Andacht, Vorbild, Lehrer und Inspiration. Die Natur und ihre Huldigung begleitet mein Schaffen seit eh und je. Immer schon habe ich die Natur, auch gerne in ihr gemalt. Ihre Abstraktion als immaterielle Natur offenbart ihre Spiritualität, ihren Geist und das Sein per se. Kreativität ist ebenso Fruchtbarkeit, Loslassen hilft beim Erfolg, Ego benötigt Inspiration von außen für Erfolg.

Die Gruppenausstellung ist ein Ausschnitt der Lebensvielfalt und entspricht dem Thema, das breite Ausstellungsfeld birgt interessantes Potential für produktiven Austausch. Erfreulich wären viele Dialoge zwischen den Beteiligten, eine Vielfalt der Werke, auch der Verkauf zur Förderung der Beteiligten Künstler, Organisationen und der indigenen Stämme Zentral- und Lateinamerikas. Achtsamkeit ist Hilfe für alle Beteiligte.

Stefan Henle

 


 

Eva Hradil

lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Wien.

Für Residencies, Symposien, Projekte und  Ausstellungen  war sie u.a.  in China, Buenos Aires, Budapest, Irland, Tschechien, Deutschland, Liechtenstein.

1999-2003 Studium Malerei und Grafik, Universität für angewandte Kunst, Wien

Mutter Erde Regen
Mutter Erde Regen
Mutter Erde Erde
Mutter Erde Erde

Mutter Erde Mutter
Mutter Erde Mutter

Mutter Erde. Pachamama.

Das Teil-eines-Ganzen-sein ist immer wieder Thema meiner Arbeit.

So war ich 2017 für ein Arbeitsprojekt in Buenos Aires. Über social medias erbat ich bei mir noch völlig fremden Menschen ein liebgewonnenes, aber nicht mehr benutztes Kleidungsstück. Mit dem Wissen, dass ich dieses zerschneiden werde um es gemeinsam mit anderen zu Objekten und Bildern zu vereinen. Umso individueller so ein Kleidungsstück war, durch Materialität oder Muster, desto leichter war es später, selbst kleine Teile daraus in einem Kunstwerk wiederzufinden.
Eva Hradil, 2020

» eva.hradil.info


 

Kai Ilief

"Hommage an die Tölpel"

Der Tölpel mag an Land sehr unbeholfen sein, aber in der Luft und im Wasser bewegt er sich unglaublich elegant. Er visiert aus der Höhe einen Fisch unter Wasser und stürzt sich dann wie ein Geschoss nach unten, taucht in die Tiefe und fängt den Fisch.

Material: Fundstücke
- Bug eines Sportruderbootes
- Ofenringe eines Berliner Küchenherdes
- Fuss eines Kartenständers

Hommage an die Tölpel
Hommage an die Tölpel, 2008, Holz/Eisen
Tausendfüßer
Tausendfüßer, Holz/Messing

Ein Wesen

Wie viele Beine braucht das Leben?
Es gibt wenige Arten ohne Beine wie Schlangen und Würmer.
Mit einem Bein sitzt man auf dem Land fest:
Mit zwei Beinen lässt sich schon gut laufen.

Sehr verbreitet sind auch vier Beine, sechs Beine, 8 Beine, bis zu 100 Beinen und auch sagenhafte 1000 Beine soll es geben:
Wie die Zahlen zeigen, bringt die natürliche Selektion eine gerade Anzahl von Beinen hervor.

Wie viele Beine dieses Wesen hat, weiß ich gar nicht. Auf jeden Fall muss es keine gerade Anzahl sein, da es durch die künstlerische Selektion entstanden ist.

Material:
- Wurzel (Fundstück vom Strand)
- Erlenstöcke
- Mooreiche
- Messing
Aabeck (DK) 1986

 


 

Andrea Kaiser

geboren 1955 in Göttingen, lebt und arbeitet in Berlin.
1974 Studium Bildhauerei, Folkwangschule Essen, Professor Max Kratz, 1975 Drama Department University College of North Wales Bangor (Stipendium), 1976 Studium Bühnenbild, Fachhochschule Köln-Professor Max Bignens, 1978 Multimediaklasse Daniel Spoerri

Phyllidula
Phyllidula, 2018, 180 x 80 cm, Pappmachee, Farbe
Kosmik, Multiple, 14,8 x 21 cm, Karton/Farbe
Kosmik, Multiple, 14,8 x 21 cm, Karton/Farbe

Corona Aus der Hand frisst der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde,
Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn:
die Zeit kehrt zurück in die Schale

Im Spiegel ist Sonntag,
im Traum wird geschlafen,
der Mund redet wahr.

Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten.
wir sehen uns an,
wir sagen uns Dunkles, wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,
wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.

Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße:
es ist Zeit, daß man weiß!
Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt, dass der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist Zeit, daß es Zeit wird

Es ist Zeit.

Paul Celan, 1952

 


 

Daniel Kannenberg

Daniel Kannenberg lives and works in Berlin
Born 1974 in Dortmund/Germany, Education: 1993-94 - Studies at the Academie voor beeldende Kunsten, Rotterdam, 1994-99 - Studies at the Universität der Künste, Berlin, 1999 - Master of Fine Arts at Prof. Bernd Koberling, Universität der Künste Berlin, 2003 - 2006 Studying visits in Japan, Thailand, Korea

You have the same 24 hours in a day as Beyoncé
You have the same 24 hours in a day as Beyoncé, 2020, Öl, Acryl, Tusche und Inkjetprint auf Holz, 100 X 80 cm
Identikit
Identikit, 2020, Öl, Acryl, Tusche und Inkjetprint auf Holz, 50 X 40 cm

Daniel Kannenberg zu Pachamama - Ein Gespräch mit Stefan Henle

Harmonie der Widersprüche? Sehr gut. Zwischen Widersprüchen entsteht Raum. Darum geht es. Wir sind was wir sind, und auch was wir sein könnten. Was ich sein kann, ist ebenso Identität, wie das, was ich bin, oder was ich gerne wäre. Selbst wenn ich mich im Einzelfall dagegen entscheide.
Möglichkeiten sind Teil des Ganzen. Widersprüche erzählen immer auch von ungelebten Möglichkeiten.
In meinen Bildern sind viele Widersprüche abgebildet, die Bilder leben davon: beispielhaft Natur und Kultur. Was wir Kunst nennen, entspringt einerseits der menschlichen Natur, ist aber auch eine kulturelle Vereinbarung. Diese ist zwar besprochen, aber kein Kompromiss. Es sind gesellschaftliche Gremien und Institutionen die entscheiden, was als Kunst gilt. Ich hinterfrage diesen Prozess nicht ernsthaft und nehme ihn doch als befremdlich war. Freud spricht vom “Unbehagen in der Kultur.”
Kunst hat ihren Ursprung für mich in meiner Natur.
Die Fragen “Was ist Kunst?” und “Wann ist ein Bild erstmal “etwas” und wann ist es ein Bild?” sind Fragen, die ich mir stelle.
Nach und nach bevölkern sich meine Bilder, sie werden angefüllt mit Kunst, Design, Pflanzen, Tieren, manchmal auch Menschen.
Kunst zu produzieren bleibt immer befremdlich, eigenartig ist der Akt des Schaffens. Hinzu kommt die Architektur der Schichten. Überlagerungen auf dem Bild ergeben Dinge, die nicht zusammenpassen, nicht eindeutig sind, die keinen klaren Sinn ergeben oder passen. Sie treffen aufeinander ohne das eine klare Ziel vor Augen, mehr Club als Spaziergang, manchmal passt es genau, manchmal nur fürs Bild. (lacht).
Mein Bild in der Ausstellung enthält ein Zitat einer Arbeit von Bruce Nauman, mittig stehen sich zwei Figuren gegenüber und piken sich ins Auge. Das ist fressen und gefressen werden. Wie es auch die Bevölkerung meiner Bilder tut.
Dass Kunst immer auch eine gesellschaftliche Vereinbarung ist, ist wie gesagt für mich völlig in Ordnung. Die Entstehungsgeschichte der Arbeiten ist allerdings zuerst anders, viel rudimentärer und instinktiver.
Kunst entsteht zweimal: Zuerst einmal im Atelier weitestgehend alleine und instinktiv, dann als reflektierender, intellektueller Diskurs dieses Vorgangs.
Der darin enthaltende Widerspruch beschäftigt mich.

» danielkannenberg.com


 

Eduarda Linares

geb. 1936 Madrid, Mutter von 5 Kindern, Malerein und Collagen, kreativ tätig seit den 60ern

„Mutter Erde ist wesentlich, denn ohne Erde können wir nicht leben. Wir brauchen Pachamama: Bäume, Wald, atmen, Essen; nicht nur der Mensch, auch Tiere brauchen Pachamama.

Die Erde ist das Wichtigste: ohne Erde kann man nicht leben, und nach der Erde kommt der Himmel, eines Tages wird die Erde verschwinden, einmal zu Ende gehen; der Himmel bleibt immer, da ist der Schöpfer, der Schöpfer ist Gott.
Ich bin froh, dass ich auf der Erde bin - man kann auf der Erde auch glücklich sein.

Ich bin spontan, und wenn ich spontan bin, schaffe ich etwas, ohne mich zu fragen, ob es Kunst ist. Ich lebe nicht davon, wenn ich davon leben müsste, hätte ich eine andere Einstellung dazu...

Ich freue mich, dass meine Arbeiten manchmal gesehen und gemocht wurden, zum Beispiel Niki de Saint Phalle, sie war begeistert, und das freute mich, das war Anerkennung, und ich freue mich, dass ein paar von mir hier gezeigt werden.

Die Arbeiten passen zum Ausstellungstitel, passen zum Thema. Es sind verschieden Lebewesen in meinen Bildern, halb Vogel, halb Mensch, von allem ein bisschen, eine Art Tier mit Menschenfüßen, mit schönen Farben, grün, rot. Die Reisende verlässt das Boot und lässt das Meer zurück, und geht rein in die Erde, um die Erde zu erforschen.

Ich würde mich freuen, wenn Menschen meine Bilder sehen und mögen, vielleicht Fragen stellen, wenn sie es interessant finden. Ich bin gespannt, was die anderen Künstler gemalt und ausgestellt haben zu dem Thema.“

Das Wort
„Das Wort“, 1980, Öl auf Leinwand, 33 x 48 cm
Die Reisende
„Die Reisende“, 1988, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm

Buen camino!
„Buen camino!“, 1982, Öl auf Leinwand, 30 x 40 cm

 


 

Ivo Lucas

1969 geboren in Bayreuth, 1996 - 98 Studium an der Kunstakademie Enschede, Niederlande/Konzeptkunst, ab 1998 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf / Malerei Klasse Rissa und Albert Oehlen, 2002 Meisterschüler, Feb. 2004 Akademieabschluß bei Prof. Rissa und Prof. Albert Oehlen

Die verbotene Lektüre“, 2003, 23 x 19 cm, Acryl, Tusche
„Die verbotene Lektüre“, 2003, 23 x 19 cm, Acryl, Tusche

Allegorie der Zeit , 140x190 cm , Öl, 2016
„Allegorie der Zeit“, 140 x 190 cm, Öl, 2016
Adler, 195x125 cm, Öl, Acryl,2015
„Adler“, 195 x 125 cm, Öl, Acryl,2015

Pachamama ist für mich ein Stoff aus dem alles besteht und der alles miteinander verbindet.

Atome, Moleküle, Photonen, Strings, Energie. Daraus entsteht das, was wir als Leben und Natur wahrnehmen und bezeichnen. Es ist das Unfassbare, das weit über meinen Verstand hinausgeht, über unser Universum hinaus, in die Unendlichkeit.

Wenn ich mir zugestehe zu glauben, einen Glauben zu haben, dann schließt es für mich mit ein, das es etwas Unfassbares ist, das weit über meinen Verstand hinaus geht, von dem ich mir nicht annähernd ein Bild machen könnte, es benennen könnte und keine Beschreibung oder Formulierung dafür habe.

Pachamama ist meine allumfassende Faszination am Unbegreiflichen vor dem ich niederknie und es staunend betrachte.

» ivolucas.de


 

Ludovico

geb. 1953 in Münster.

Nach Abbruch des Studiums der Publizistik Zeitungsvolontariat als rasender Reporter im Münsterland.

Seit 1976 Ethno-DJ (mit Pachamama-Sounds) in circa 20 Berliner Clubs, zuletzt Ende der Achtziger drei Jahre lang im indischen Goa, danach freier Konzertveranstalter für afrikanische Musiker.

Szenegänger im Westberliner Kultur-Underground im Umfeld Martin Kippenbergers, der Jungen Wilden und der Genialen Dilletanten an legendären Orten wie Dschungel, SO36, Exil, Paris Bar, Ax Bax, Café Einstein u.v.a.m.

Eingetaucht in Beziehungswelten, Queerwelten, Halbwelten, Technoclub- und Glamourwelten. Zum Ausgleich ausgiebige Aufenthalte in Naturwelten, vorzugsweise an Meeren und in Wäldern.

All die Einflüsse stets verarbeitet zu Texten, Fotos, Konzept-/Objekt-Kunst.

Roter Faden Schreiben: Tausende Zeitungsartikel, Skurrile Geschichten, Reise-Reportagen. Monatelange Aufenthalte u.a. in Australien, China, Kuba.

Nach drei Jahren in Venedig seit 2015 zurück in Berlin-Kreuzberg als freier Autor für die taz. Neben Texten Produktion von concept art, ready-mades und Assemblagen.

Aus dem umfangreichen Fotoarchiv (80er+90er Jahre) entsteht ein Fotoband mit Texten/Kurzgeschichten.
mesial-distal
„mesial / distal“, 2016, 180 x 90 cm, bestehend aus 18 Einzelbildern (30/30)

PVC-Platten urbaner Archäologie: Ausgegraben bei der Kernsanierung eines ehemaligen Kreuzberger Schwesternwohnheims. Über vier Jahrzehnte lebten auf diesen PVC-Platten lateinamerikanische Krankenschwestern des Urban Krankenhauses, überwiegend aus Peru. Krankenschwestern versorgen heute im Klinikum Am Urban COVID-19-Patienten. Der Zusammenhang zwischen Corona und Pachamama ist evident. Bei der Sanierung der ehemaligen Schwestern-Keminaten kommen mehrere Schichten Fußboden-Beläge aus einem halben Jahrhundert zutage. Unterste Schicht sind auf Beton geklebte PVC-Platten mit Codes und Chiffren. Moderne Höhlenmalerei.

 


 

Mizaru

„Sumak kawsay“ steht in Flammen.Der Mensch zerstört die Grundlage für ein Leben nach dem Prinzip von „Sumak kawsay“.
Der Mensch zerstört mit seiner ausbeuterischen Lebensweise die Grundlage seiner eigenen Existenz und gefährdet das Leben vieler Tiere, Pflanzen und des gesamten Ökosystems. Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, dann müssen wir gemeinsam handeln. Doch stattdessen polarisiert und radikalisiert sich die Gesellschaft zunehmend und gemeinsames Handeln rückt in die Ferne. Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der keiner mehr an Wahrheiten glaubt und alles zur Verschwörung wird. In diesem Chaos aus Empörungen, Respektlosigkeit und Vertrauensverlust habe ich das Bedürfnis einen Ort der Solidarität und Toleranz anzubieten. Dieser Ort ist die Künstlergruppe 21monkeys, die ich 2017 gegründet habe.
Die Ausstellung bietet mir die Möglichkeit zum ersten Mal ein Werk außerhalb einer 21monkeys Veranstaltung auszustellen und auf die Künstlergruppe 21monkeys aufmerksam zu machen. Da ich erst 3 Jahre bin, bitte ich es mir nachzusehen, dass mein Bild rein intuitiv aus der Wut und Trauer, bezüglich unserer Handlungsunfähigkeit bestimmten Problemen entgegenzuwirken, entstanden ist. Die Künstlergruppe 21monkeys vorstellen und meine Bereitschaft der Zusammenarbeit anbieten.
Ich wollte mit meinen Freund Stefan Henle gemeinsam ausstellen.
Ich mag themenbezogene Gruppenausstellungen.
Sumak Kawsay
„Sumak Kawsay“, 2020, Öl/ Acryl auf Leinwand, 50 x 65 cm

» 21monkeys.de


 

Luis Augusto Romero Vizcarra

geboren 1994 in Cusco, Peru, lebt und arbeitet in Köln und Düsseldorf, 2016 - Heute Kunstakademie Düsseldorf, Germany, 2013 - 2014 National School of Fine Arts Lima, Peru

Ohne Titel, Holzschnitt, 250x54cm, 2020
Ohne Titel, Holzschnitt, 250x54cm, 2020

Mein bildhauerisches Werk schwingt zwischen Modellieren und Subtrahieren, ein Dialog mit dem Material herzustellen wird ein wichtigen Teils des Werdegangs. Der Ton nimmt die Form des Pachamama, eine unserer andinen Kosmovision innewohnende Kraft in den Mittelpunkt, als ein Wesen voller Vitalität und Präsenz, dass in ständiger Bewegung und Transformation ist. Zugleich wird in der Skulptur den Austausch von Elementen in Anspruch genommen um diese zum Leben erwecken und mit diesen Keramikarbeiten möchte ich mich an diese Veränderungsprozesse nähern.
Fondo Piedra
Fondo Piedra

Ohne Titel, Pappenrelief, 70x40cm, 2020
Ohne Titel, Pappenrelief, 70x40cm, 2020

» luisromerov.com


 

Schädelwaldt

kurzinfo: nach einigen irrflügen im leben in der kunst gelandet. der entscheidende künstler war für mich a. giacometti. es folgten dann besonders noch f. auerbach und einige der heute bekannten künstler und künstleriinen, welche die figuration weiter in die moderne gedacht haben. die letzte und wunderbare entdeckung vor einigen jahren war für mich m. lassnig gewesen. eine figuration ohne ein dazu gedachtes abstrahiertes denken ist für mich nicht machbar gewesen. so ist in über 20 jahren meine für mich typische malerei entstanden. ein besonderes merkmal sind die von mir eingesetzten acrylstäbe in der höhe des gesichts. sie dienen als moderner farbersatz und sind zugleich auch ein lupenartiger einsatz, oder auch eine petrischalenmöglichkeit, um in die bilder einsehen zu können. menschenblutreste und rote farben sind dort zusammen gemischt zu sehen.
zum thema der ausstellung: patchamama. erdmutter. da alle meine bilder von mir mit einem oder mehreren schädeln versehen sind, ist das thema erde darin, auch schon immer ein hinweis auf die "mutter erde" gewesen. denn, erderberde, wo erde ist, wird auch gegraben. und wo gegraben wurde, ist manchmal auch ein grab gefunden worden. und wo ein grab gefunden wurde, sind oft schädel gefunden worden. ob nun im einzelgrab oder im massengrab. es ist ein kreislaufthema, das ich bearbeite. und das ganz besonders in der alten und jetzt auch immer mehr in der neuen naturbeschwörung zur "mutter erde" wieder lauter zu hören ist. ich habe mit dieser arbeit versucht das alte ursprungsthema in die moderne zu tragen. ist die erde selbst und die erdoberfläche darauf nur noch ein krankmachender rohstoff, werden wir bald darin nur noch als leichen herumkrabbeln können.

Porträt einer 20jährigen Frau als Porträt einer 40jährigen Frau
porträt einer 20 jährigen frau als porträt einer 40 jährigen frau. ( in den erdgräbern nach wasser grabend ); 2020, Mischtechnik auf Holz in Stahlrahmen, 80 cm x 60 cm x 14 cm
Versuch zu einer menschlichen Figur
Versuch zu einer menschlichen Figur

porträt georg trakl als gretl trakl als georg trakl wieder
"porträt georg trakl als gretl trakl als georg trakl wieder“, 2020, 60x50x14 cm, auf holz in stahlrahmen in weißen holzrahmen. unverkäuflich, da von der georg trakl forschung und gedenkstätte in salzburg erworben

» schaedelwaldt.weebly.com


 

Samira Schäfer Khayata

geb.

in Syrien geborene autodidaktische Collagistin
Lebt seit 1969 in Berlin, mit einem kurzen Aufenthalt in Frankreich. Meine Arbeit besteht darin, Collagen und Papiermosaiken zu erstellen, die zu Bildern einer Gesellschaft in Trümmern werden und Ereignisse in der Welt darstellen. Westliche Bilder koexistieren und kollidieren mit Bildern der Dritten Welt wie im wirklichen Leben. Wenn wir Mutter Erde vernachlässigen, würde Chaos entstehen! Meine Vision ist vom Chaos beherrscht, denn nur aus diesem Chaos kann eine Welt von neuer Klarheit entstehen.

Indifference, 117x 57 cm, Entstehungsjahr 2018
„Indifference“, 117x 57 cm, Entstehungsjahr 2018
Order in Chaos, 100x100 cm, Entstehungsjahr 2018
„Order in Chaos“, 100x100 cm, Entstehungsjahr 2018

 


 

Suni Sonqo Vizcarra Wood

Ich wurde 1996 in Taos, New Mexico, als Sohn eines peruanischen Ureinwohners und einer neumexikanischen Mutter geboren. Ich wuchs zwischen Taos, New Mexico, und Cusco dem Heiligen Tal der Inkas in den südlichen Anden Perus auf, eingetaucht in meine reiche und vielgestaltige indigene Kultur. Mein Leben spielte sich in einer Gemeinschaft von Menschen ab, die zusammen mit meiner Familie ihr Leben dem Erhalt und der Neubelebung der Fest-, Zeremonial- und Landwirtschaftskalender unserer präkolumbianischen Tradition widmeten und widmen. Zusammen mit einem Netzwerk von lokalen und internationalen indigenen Nationen setzen wir uns dafür ein, unsere Wurzeln zu bewahren und gleichzeitig unsere Zukunft zu sichern.
Ich habe Bildhauerei an der Kunstuniversität Bellas Artes Diego Quispe Tito in Cusco, Peru, studiert und mache derzeit meinen BFA in Bildhauerei am Institute of American Indian Art (IAIA) in Santa Fe, NM. Ich bin Mitglied der Kusi Kawsay Educational Community und Musiker der traditionellen Musikgruppe Kusi Ñan Cusqueña. Ich bin ein traditioneller Karate-Praktizierender mit schwarzem Gürtel 2. Dan und zertifizierter offizieller Reiseleiter. Seit ich denken kann, nehme ich am kulturellen Austausch zwischen indigenen Völkern teil.
In meinen künstlerischen Werken versuche ich, Botschaften zu übermitteln und zu vermitteln, um das Bewusstsein unseres Volkes für die Bedeutung unserer angestammten kulturellen Identität zu wecken und ein Gleichgewicht zu erreichen zwischen einem Leben in dieser Welt der Moderne, ohne sich von unseren Wurzeln zu trennen, damit wir mit Würde auftreten und unser kollektives Schicksal auf der Grundlage von Respekt, Gegenseitigkeit und Dankbarkeit aufbauen können.


Maske 1
Maske 1
Maske 2
Maske 2

Maske 3
Maske 3

» sunisonqo.com


 

Su-Prema

geb. 1980

Seit 2006 Gründerin, Künstlerische Leiterin und Kuratorin des Projektraums PremArts, Berlin 09/06-06/09 Bachelor of Arts Performance & Visual Art/Music, University of Brighton, UK 09/05-06/06 BA Studium Fine Arts Cyprus College of Art & Design, Limassol, Zypern 09/00-08/04 Ausbildung zur Bühnenmalerin

Krokoli-Bird, 2020, Zeitschrift-Collage auf Papier 50x 70 cm
Krokoli-Bird, 2020, Zeitschrift-Collage auf Papier 50x 70 cm
Schnabeltier, 2020, Baumrinde und Acrylfarbe, 31,5 x 8 cm
Schnabeltier, 2020, Baumrinde und Acrylfarbe, 31,5 x 8 cm

Su-Prema
Bird

» premarts.de


 

André Wagner

geb. in Burgstädt am 12. Juli 1980

Lebt und arbeitet in Berlin und Potsdam, 2020 Mitglied der Deutsche Gesellschaft für Photographie, 2017 Mitglied des Neuen Atelierhaus Panzerhalle, 2002 Selbstständig als Fotograf und Fotokünstler, 1999-2001 Ausbildung zum Fotografen, 1994-2000 Aktiv als Graffiti-Sprayer.

André Wagner macht Zeit sichtbar, indem er Lichtträger durch die Dunkelheit des Raums schickt und sie in ihrem Verlauf dokumentiert. Die Langzeitbelichtung ist eines der offensichtlichsten Charakteristika seiner Bilder. Mit ihr gelingt es ihm, Zeit im Raum auf der Fläche festzuhalten: Visions of Time.

André Wagner hat in den letzten zehn Jahren ein bemerkenswertes Werk geschaffen. Der junge Fotograf greift real vorhandene (Licht-)Situationen auf und erschafft durch Langzeitbelichtungen malerisch poetische Bilder. Mit der Kamera ist es ihm möglich, die visuelle Wahrnehmung und den Bildkontext zu erweitern.

Wagners Fotografien lassen den Prozess künstlerischer Auseinandersetzung mit der Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins erkennen: zwischen tiefer Verbundenheit mit der Natur und der Kultur des industriellen Fortschritts. Dies zeigt sich sowohl in seinen frühen Feuerzeichnungen, die er einem Selbstbildnis gleich in die nächtliche Landschaft schreibt, als auch in seinen Landschaftsporträts, die den Menschen und die Natur als Erscheinungsform reflektieren.

Spiritual Architecture - Durga And Hanuman, Indien (2014)
Spiritual Architecture - Durga And Hanuman, Indien (2014)
Bamboo Twilight 2
Bamboo Twilight 2, Japan, 108 × 144 cm, ChromaLuxe Print im Künstlerrahmen, 2016

„Mystische Wälder in Japan sind spektakulär und bis jetzt die beeindruckendsten, die ich fotografieren konnte.
Ich war mit dem Wohnmobil auf der Suche nach den Bambuswäldern, die mich tief berührten und entdeckte in Kyoto diesen majestätischen Bambus. Ich war so begeistert, dass ich spontan über Nacht zum Fotografieren direkt im Wald blieb. Mit meinem Assistenten arbeitete ich die ganze verregnete Nacht über im Bambuswald, um mit verschiedensten Lichtquellen, die ich aus Deutschland mitbrachte, ganz besondere Aufnahmen zu schaffen.

Das Universum in den Reflexionen auf den Stämmen finden, das war mein Ziel. Das Bild scheint, als wenn es manipuliert worden wäre. Sind die Farben echt? Wieviel wurde digital überarbeitet oder gar analog übermalt?"

"Nichts"

» andrewagner.com


 

Samuel Wiesemann

Kingdom of Peace
„Kingdom of Peace“ nach Jesaja 11.6., Aquarell Technik auf französischen Büttenpapier, 56 cm x 76 cm, 2020

Dieses Bild habe ich für das Ausstellung - Projekt „Peace in Pieces“ das zum Gedenken an den 75. Jahres Tag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus den 8. Mai 2020 stattfinden sollte gefertigt. Die Corona Pandemie verhinderte die geplante Ausstellung, und der Initiator Daniel Steiner organisierte stattdessen eine 40-minütige Online-Vernissage.
Mit der Arbeit „Kingdom of Peace“ will ich ein durch und durch positives Bild zum Thema Frieden zeichnen. Es geht auf Erinnerungen an meine Kindheit zurück an einen einfachen Druck, der bei uns im Kinderzimmer hing. Er stellt eine Bibelstelle aus Jesaja 11. 6. dar:
„Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleines Kind wird sie leiten.“ Jesaja 11. 6. Der Prophet Jesaja kündet hier von einen Friedensreich, das durch den kommenden Messias begründet wird. Im Christlichen Glauben ist es das Christkind, das den Frieden bringt - hier sind seine Wurzeln. In einer Welt der Kriege, wie sie auch zur Zeit Jesaja ca. 740 bis 701 v. Chr. war, in der viel von kommenden Konflikten und wenig von kommenden Frieden geredet wird, ist diese Idee und dieses Bild unglaublich, ja durch die Einbeziehung der Tierwelt extrem, es weist auf den besonderen alles umfassenden Frieden des kommenden Messias hin, so schließt sich der Kreis der Schöpfung, denn im Anfang steht: „Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.“ 1. Mose 1. 29 - 31

Im Anfang der Schöpfung gab es keinen Tod, und es schädigte kein Tier ein anderes. Der Tod kommt erst durch den Menschen in die Welt. Dadurch das die Menschen sich von ihren Urgrund lösen, kommt es immer weiter zu Verfehlungen, in deren Folge dann auch die Erde verflucht wird, siehe Sündflut. Aber Abraham zum Beispiel soll ein Segen sein, mit dem der Segen Gottes auch wieder der Erde zu teil wird. In dieser jüdischen Gedankentradition ist das Verhältnis des Menschen zu seinen Schöpfer ausschlaggebend auch für die restliche Schöpfung, um seinetwillen ist die Welt geschaffen um seinetwillen wird sie gesegnet oder verflucht. Die Menschen sind als Hirten und Gärtner der Erde bestellt, wenn sie aber wie Räuber und Mörder mit der Schöpfung umgehen, verliert diese ihre segnenden Kräfte. Das Kind im Kreis der Tiere ist meine Enkeltochter, die ich in der Zeit der totalen Isolation sehr vermisst habe, und die so im Bild jeden Tag trostreich vor mir stand. Das Friedens-Kind ist die beste mögliche Zukunft, das anzustrebendes Ziel für alle, die guten Willens zum Frieden sind. Das ist nicht nur eine gute Bild-Idee, denn es steht geschrieben:

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das „Kingdom of Peace“ hineinkommen.“ Matthäus 18.3.
Non Serviam II oder Das Große Lachen am Ende einer Langen Dunklen Zeit
"Non Serviam II oder Das Große Lachen am Ende einer Langen Dunklen Zeit", Mischtechnik auf Leinwand - Eitempera Harz Ölfarbe auf Alkydharz Basis, 1,00 m x 1,00 m, 2020

Die Drei ohne Tankstelle
"Die Drei ohne Tankstelle, Mischtechnik auf Leinwand - Eitempera Harz Ölfarbe auf Alkydharz Basis, 1,50 m x 1,00 m, 2020

» ag-wiesemann.de


 

+ Dj Rank (Sound)

 

» Zwitschermaschine - Potsdamer Str. 161 - 10783 Berlin -- * Terminvereinbarungen unter: +49 177 533 4334 --