Uschi Leonhardt
VIVISEKTIONSRAUM
Objekte | Arbeiten auf Papier

 


Uschi Leonhardt: Brilon Down Under, Mitschtechnik auf Papier, 100×35 cm, 2014

 

 

Eröffnung: Fr 11.08.2017, 19 Uhr
Ausstellung: 12.08. – 20.08. • Mi – So – 14 – 19 Uhr

 

 

 

„Die Werke, die das Auge den Händen befiehlt, sind zahllose.“
Leonardo da Vinci

 

In ihren Objekten, in ihren Papierarbeiten wie auch im Umgang mit Naturmaterialien bilden Uschi Leonhardts Arbeiten die noch nicht verwerteten Zwischenräume des Daseins als sinnliche Fragmente ab. Und hier wird der Zeichenstift zum Skalpell das Innere zu schauen, um das Äußere zu sehen. Sie zeigt uns eine in zweifacher Hinsicht „gezeichnete“ Erde. Ihre geölten Papierarbeiten versuchen behutsam einem verletzlichem Ich, einer verletzlichen Erde nachzuspüren. Ist die Erde verletzt, ist auch das Ich verletzt. Die Tiefe fließender Flächen wird zum Raum, der über den Raum hinausgeht – wie ein Ich, das sich auf den Weg macht, sein Ich zu ergründen, sich zuallererst einmal zu empfinden, sich seines Ists zu vergewissern. Es ist der Weg einer sinnlichen und zugleich forschenden Selbst-beschau, die erkennt, daß die Schwere der Erde nur eine Scheinbare ist. Denn wird Erde empfunden als das Unabdingbare des Daseins, wird ein Schweben und so auch eine Leichtigkeit sichtbar, welche das Ich in Balance hält. Obwohl thematisch Tod Leben Erde Ich verpflichtet, wie Titel wie Allerseelen, Das Vergessen Verloren, Sein und Nichtsein oder Sehnsucht nach Grün verraten, zeichnen ihre Arbeiten sich durch eine empfindsame Gelassenheit aus, die dem Betrachter den Zugang zu Uschi Leonhardts Themen erleichtert. Läßt man sich auf ihre Arbeiten ein, zeigen diese eine ebenso fühlbar meditative wie auch assoziative Wirkung. Von geradezu heiterem Charakter sind Ihre Arbeiten mit vergänglichen, mit toten Naturmaterialien, für die sie eigens neue Arbeitsmethoden erfand. Mit ihren künstlerischen Mitteln, die eine hohe handwerkliche Fertigkeit beweisen, fordern uns ihre Arbeiten zu inneren Heimreisen auf, dort Neuland zu erkunden.

(Hermann Jan Ooster)

 

 

Uschi Leonhardt

1960 geboren in Mettmann, Nordrhein-Westphalen, seit 1982 in Berlin lebend; 1987 – 1993 Studium an der Hochschule der Künste, Berlin (Fachbereich freie Malerei FB6) mit Abschluss zur Meisterschülerin bei Prof. Herbert Kaufmann / Prof. Dieter Hacker, 2006 – 2008 Jurymitglied der Aufnahmekommission des Vereins Berliner Künstler e.V.

 

STIPENDIEN / FÖRDERUNGEN / AUSZEICHNUNGEN
2015  Projektförderung des Bezirksamtes Berlin Schöneberg, Text- und Fotodokumentation „66+“
2015  Arbeits- und Aufenthaltsstipendium „Spiegelungen“ des Kunstvereins Schwedt,
2014    Nominierung für den Kunstpreis „Konzept Natur“, Kunstverein Brilon,
2013 Arbeits- und Aufenthaltsstipendium „Wasserzeichen“ des Kunstvereins Schwedt

1992 – 1999
Künstlerförderung des Kunstvereins Heidelberg; Einzelausstellung; Katalogerstellung
2-jähriges Atelierstipendium (1995-1997) der Karl-Hofer-Gesellschaft, Berlin
Juriert für das 3-monatige Arbeitsspipendium, Ratsgalerie Plettenber
Werkverträge der Künstlerförderung BerliN
Juriert vom Theodor-Zink-Museum, Kaiserslautern „Neue Grafik“
Auszeichnung und Förderung der Hochschule der Künste Berlin (Ankauf und Einzelausstellung)

 

ARBEITEN IN ÖFFENTLICHEN RÄUMEN / SAMMLUNGEN
1992 – 2010
Kultusministerkonferenz Berlin – Taubenstraße
Kultusministerkonferenz Berlin – Gendarmenmarkt
Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, Bonn
Senat für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin-Mitte
Senat für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin

 

EINZELAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2017  VIVISEKTIONSRAUM, Galerie Zwitschermaschine, Berlin
2015 – 2010
„66+“ , Kiezfond Berlin □ Kunstaktion gegen den Missbrauch an Kindern und Frauen; Boulevard der Stars, Potsdamer Platz, Berlin □ „Bilder und Objekte“, Kultusministerkonferenz, Berlin-Mitte
2008 – 2006
Eröffnung „Produzentengalerie am Potsdamer Platz, Erna-Berger-Straße 1□ Eröffnung der Kanzlei Graf von Westphalen, Potsdamer Platz
1999 „Leinöl, Asche, Papier 1995 – 1999“, Heidelberger Kunstverein
1998 – 1992    „Altar-Bilder“, Segenskirche Berlin, Ruine der Charité, Berlin, Galerie Nord, Berlin, Werkschau, Tarragona, Spanien, Senat für Wissenschaft und Forschung, Berlin

 

GRUPPENAUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2016 – 2011
„Floral total“ Galerie Knauber, Berlin □ „Flow“ Verein Berliner Künstler, Berlin   „Spiegelungen“, Kunstverein Schwedt □ „Konzept Natur“, Kunstverein Brilon □ Galerie Kuhn & Partner, Berlin □ „24 Stunden“ Deutsche Guggenheim, Berlin □ „Wasserzeichen“, Kunstverein Schwedt □ „sans souci“ Galerie 30 Links, Berlin und Potsdam □ „Zeichen“ Galerie Winter, Wiesbaden □

2010 – 2001
Verein Berliner Künstler □ Kommunale Galerie, Berlin □ Galerie Friendly Society, Berlin □ Galerie Tempelhof, Berlin □ Kunstamt Calw, Stuttgart □

2000 – 1994
Kunstamt Amstelveen, Niederlande □ Galerie Nord, Berlin □ Künstlerhaus Bethanien, Berlin □ Codogne, Mailand, Italien □ Goethe und Kulturinstitut, Mailand, Italien □ Ratsgalerie Plettenberg □ Theodor-Zink Museum, Kaiserslautern

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