Helga Sophia Goetze: Die wilde Frau sein Amor schwimmt, gestickte Fahne, 44 x 40 cm, undat.
Foto: Daniel Schneerson

 

Freitag, den 15.09., ab 19 Uhr

 

im Rahmen der Ausstellung:
Helga Sophia Goetze: In Wirklichkeit interessiert mich die Kunst nicht …
Primäre Tabubrüche, Papierarbeiten, Texte

 

Die Lange Helga Sophia Goetze Nacht im Rahmen der Ausstellung “In Wirklichkeit interessiert mich die Kunst nicht …” und als Teil der Berlin Art Week: Wir zeigen die ganze Nacht u.a. “Rote Liebe”, den meistgespielten Film von Rosa von Praunheim, mit Helga Goetze als Hauptakteurin. Die Ausstellungskuratorin Karin Pott bittet Rosa von Praunheim zum Gespräch über „Rote Liebe“ und Helga Sophia Goetze.

Weiter auf dem Programm:
Burkhard Driest liest Gedichte von Helga Sophia Goetze, Mona Mur, als extravagante Performerin romantisch-exzessiver Konzerte und durch ihre Kollaborationen u.a. mit den Einstürzenden Neubauten seit den 80ern bekannt, wird ein Helga Sophia Goetze Gedicht lesen sowie eigene Lieder vortragen – kongenial begleitet vom Akkordeon-Virtuosen Gerhard A. Schiewe, Schallplattenunterhaltung mit Carsten Lisecki, Bernd Feuerhelm und anderen – uvm.

http://monamur.com
http://www.piaccordia.de/mus3.php
http://www.rosavonpraunheim.de
http://www.lisecki.de

 

Die berühmt-berüchtigte Helga Sophia Goetze hat seit Beginn der achtziger Jahre ein gewaltiges, faszinierendes Universum von gemalten Bildern, gestickten Teppichen sowie tagtäglichen schriftlichen Aufzeichnungen geschaffen. Bekannt-berüchtigt war Helga Sophia Goetze jedoch eher für ihre „Mahnwache“ an der Berliner Gedächtniskirche. Dort stand sie über 20 Jahre täglich eine Stunde, um ihre Botschaft zu verkünden: „Ficken macht friedlich“ – „Ficken ist Frieden“.
Helga Sophia Goetze hat ca. 3.000 Gedichte verfasst. Diese und die über 30.000 maschinengeschriebenen DIN A 4 Seiten mit tagtäglichen Aufzeichnungen über ihre Erlebnisse sind ein unschätzbares Sittengemälde unserer Zeit.
Die ZWITSCHERMASCHINE zeigt erstmalig eine Show von großformatigen, farbigen Papierarbeiten, die Helga Sophia Goetze im Laufe von über 10 Jahren hergestellt hat und die zum Teil als Vorlage für ihre späteren Stickarbeiten dienten. Von 1983 bis zu ihrem Tod 2008 sind ca. 250 Bildteppiche entstanden.

 


Helga Goetze: Frauenleben, Gouache / Papier, 45×62 cm, 1977 – Foto: Kai Glawe

 

The infamous Helga Sophia Goetze has since the beginning of the eighties created a huge, fascinating universe of painted pictures, embroidered carpets as well as daily written notes. Notoriously, however, Helga Sophia Goetze was more likely for her ” solemn vigil” at the Berlin Gedächtniskirche. There she stood for more than 20 years an hour every day to announce her message: “Fucking is peaceful” – “Fucking is peace”.
Helga Sophia Goetze wrote about 3,000 poems. These and the over 30,000 machine-written A 4 pages with daily recordings of her experiences are an invaluable genre picture of our time.
The ZWITSCHERMASCHINE is showing for the first time a show of large-format coloured works on paper, produced by Helga Sophia Goetze in the course of more than 10 years, and which partly served as a template for her later embroidery work. From 1983 until her death in 2008, approx. 250 pieces of tapestry were created.