Eröffnung: Mi 28.03.2018 • 19 Uhr
Ausstellung: 29.03. – 07.04. • Mi– Sa 15 – 19 Uhr  u.n.V.
Finissage: So 08.04.2018 • 19 Uhr

 

Die Welt ist voller Wunder. Für die meisten dieser Ereignisse sind allerdings letztlich Menschen verantwortlich. Zum Beispiel wenn lange geplant wird, eine Allee mit Hilfe von Neonröhren derart auszustatten, dass bei jedem Baum jeweils ein Ast von einer parallel laufenden Röhre begleitet zum Lichtast wird, dann aber kurz vor der Realisierung die Allee aufgerissen, die Bäume eingepackt und unzugänglich werden. Was tun?

Zuerst einmal nachdenken und eine andere Idee entwickeln. Bäume selber bauen!
Im Jahr 2007 lud das Pariser Goethe-Institut anlässlich seiner Neueröffnung ein, einen Parcours aus Licht entlang der Avenue d’Jena zu entwerfen und realisieren, doch dann hat die Stadtbauverwaltung kurzfristig den Umbau der Allee in Auftrag gegeben und das Projekt war in ursprünglicher Form nicht mehr realisierbar.

Also wurden künstliche „Bäume“ gebaut, zugegeben sehr minimalistische Bäume, alle mit einem Ast und einer Neonröhre daran.

Nach Ende der Ausstellung verharrten diese „Äste“ im Lager des Künstlers, immer hoffend, doch noch einmal gezeigt zu werden. Und hier sind sie, etwas anders arrangiert und von Klängen begleitet.

 

Hans Peter Kuhn,

Komponist und Künstler, lebt und arbeitet in Berlin und Amino (Kyoto, JP). Seine Licht- und Klanginstallationen werden von vielen Museen und Galerien gezeigt oder an öffentlichen Plätzen ausgestellt, u.a. Museum of Fine Arts Boston, MA, Centre Pompidou, Paris, Neue Nationalgalerie, Berlin, Seattle Art Museum, Seattle, WA., Tokushima Modern Art Museum. Internationales Aufsehen erregte er mit Lichtinstallationen im öffentlichen Raum, z.B. The Pier, New York 1996, A Light and Sound Transit, Leeds (UK) 2009, Vertical Lightfield, Singapore 2009, Acupuncture, Mattress Factory Museum, Pittsburgh (US) 2016, Martin Gropius Bau, Berlin (DE) 2017.

1993 in Venedig erhielt er zusammen mit Robert Wilson den Goldenen Löwen Biennale Venedig für die Installation Memory Loss.

Im Theaterbereich ist er neben der Arbeit mit Regisseuren wie Luc Bondy, Claus Peymann, Peter Zadek und Peter Stein besonders durch die langjährige Zusammenarbeit mit Robert Wilson, für den er für viele Produktionen die Musik und das Klangenvironment gestaltete, bekannt geworden. Mit den Tänzern Laurie Booth, Dana Reitz, Suzushi Hanayagi, Sasha Waltz und Junko Wada arbeitet er regelmässig zusammen. Für seine Ballettmusiken wurde er mit dem Bessie Award, New York und dem Suzukinu Hanayagi Award, Osaka ausgezeichnet.

Mit seinen Performances, die sich mit Klängen und den Phänomenen des Hörens beschäftigen, ist Hans Peter Kuhn weltweit aufgetreten. Seit 2012 ist er Gastprofessor im Studiengang Sound Studies der UdK Berlin.

http://hanspeterkuhn.com