Susann Pönisch, Augen zu, Diptychon, je 200 x 200 cm, Siebdruck, 2018

 

Mit Arbeiten und Beiträgen von:

Werner Kernebeck, Hartmut Jahn, Sergey Voronzov, Betty Stürmer, Oliver Orthuber, Burchard Vossmann, Juliane Daldrop, Torsten Prothmann, Beatrice Jugert, Susann Pönisch, Markus Draese, Kerl Fieser, Angela Kaisers, Fred Hüning, Rainer Wieczorek, Hannah Becher, Ina Bierstedt, Gabba Reifenstihl, Michael Schmacke, Prema Strack, Antti Virtaranta, Matt Grau, Nami Strack, Minnie Griffith, Marcelo Brasiliense, Salomé Chkheidze-Mohs, Rieko Okuda, Gerd Conrads, Meike Dölp, Matthias Beckmann, Errkaa, Bernd Fox, Doc Schoko, Tantao, Wolfgang Grossmann, Reinhard Hölker, Kathrin Rothe, Claudia Fox, Heiko Welker, Eva Hradil, Oliver Huhn, Urban Sketchers, Matthieu Husser, Rolf Schröter, Karsten Kaufhold, Gris, Ismail Karayakupoglu, Friederike Klotz, Ruth Knecht, Deken Kodeak, Erick Kohl, Laura J. Lukitsch, Clive Manning, Elsa Martini, Silvia Nettekoven, Sybille Nägele, Joy Markert, Jeannette Abée, Karin Pott, Katrin Merle, Florian T. Keller, Olga Prudnikova Oliver Rednitz, Scott Sinclair, Ingrid Hammer, Sylvie Rodriguez, Luiza Schiavo, Urban Jodeling, Niklas Fanelsa, Jan Lindenberg, Lisa Schmitz, Ellen Semen, Lorema Terzi, Götz Valien, Mara Wagenführ, Helga Wagner, Fabian Fritz, Samuel Wiesemann, Ila Wingen, Circus Cabuwazi, Samstagsspaziergangsgesellschaft Berliner Berge, Bernd Rhiem, Rainer Müller, Iryan Fedder, Anna Benner u.a.

Kuratiert von Spunk Seipel

 

 

Ausstellung: Fr – So – 27.-29.04.2018, 11 – 19 Uhr

 

Zum Gallery Weekend 2018 erproben die Zwitschermaschine und PremArts gemeinsam mit dem Kurator Spunk Seipel ein Ausstellungsformat als Verbindung von Galerierundgang, Picknick und Feldforschung.

 

 

Die Abende:

 

Premarts / Der Berg ruft: Fr 27.04., ab 19 Uhr –

19:30 Uhr Jodeln: Duo “Yodelirya”  – Ingrid Hammer und Elena Gutmann, 20:00 Uhr   Scribble SR II -Soundartguitar,  20:30 – DJ Berger (Fakemasters): Kultmucke, Film-Projektion: Der Berg Ruft – a.k.a. Sterni Robot vs Primitive Accumulator on Mount Czentrifuga, Kathrin Rothe & Claudia Fox

 

Zwitschermaschine / Bergfest: Sa 28.04. ab 19 Uhr –

19:30 Uhr Berliner Jodelchor: Urban Yodeling – Die Stadtjodler / Leitung Ingrid Hammer,
ab 20 Uhr Video/Audio Performances mit Rieko Okuda, Oliver Orthuber, Scott Sinclair und Antti Virtaranta, ab 22 Uhr Berge von Musik mit Doc Schoko

 

Cafe Tietz / Gipfeltreffen: So 29.04. ab 19 Uhr – Filme in den Mercator Höfen

Potsdamer Str. 77, 10785 Berlin, Tel: 030-914 61 421

 

 


Gabba Reifenstihl, Bienen-Ziege, Siebdruck, 2018

 

 

Spunk Seipel:
Zwischen den Gipfeln liegt das Tal

 

Tatsächlich ist Berlin auf einem Urstromtal errichtet worden. Auf einem sumpfigen Gelände, von dem es seinen (slawischen) Namen hat. Aber die Berge rechts und links des Tals machen ihrem Namen keine Ehre, sondern sorgen für den Spott derer, die aus bergigeren Gegenden kommen.

Die (nicht vorhandenen) Berge in Berlin sind Synonym für vieles, vor allem aber, je nach Epoche, für die unberührte, wilde Natur, für Rückzugsorte, Schutz und Erhabenheit. Für Panoramablicke und für Mythen. Für eine Orientierung im Blickfeld in der sich unendlich ausbreitenden Stadt. Vor allem stehen sie für eine Leerstelle, für etwas, das wir vermissen, obwohl es doch nie da war. Ein Phantomschmerz, der in den letzten zwanzig Jahren immer mehr Künstler beschäftigt hat. So werden zuweilen die niedrigen natürlichen und künstlichen Erhebungen der Stadt zu Projektionsorten für die unterschiedlichsten Phantasien der Berliner oder es wird von vollkommen neuen Bergen geträumt.

Wir untersuchen in diesem Projekt die Sehnsucht nach den nicht vorhandenen Bergen von Berlin und haben Künstler aller Sparten eingeladen, sich an Galeriestandorten in Kreuzberg und Schöneberg und im öffentlichen Raum dazwischen mit einer Landschaft auseinanderzusetzen, die so nie existiert hat und so nie existieren wird. Ist diese Sehnsucht eine Hybris des Menschen nach dem technisch Machbaren oder ist sie der Ausdruck der Sehnsucht nach dem Ursprünglichen? Ist der Wunsch nach Bergen in Berlin nichts weiter als der Ausdruck der ewigen Unzufriedenheit der Berliner mit ihrer Stadt? Kann man Berge überhaupt neutral bewerten und erleben oder sind sie im europäischem Raum zu sehr mit politischen, touristischen oder ökologischen Komponenten verbunden?

Wir haben Arbeiten zu Bergen in Berlin aus der bildenden Kunst, Architektur, Film, Philosophie, Literatur, Musik, Performance und vielem mehr versammelt und damit eine Diskussionsgrundlage über unser Stadtbild und unsere Wünsche gebildet. Aber natürlich wollen wir auch auf den Gipfeln schweben und uns über den Alltag mittels der Kunst hinwegträumen.

Dazu zeigen wir Arbeiten, die sich mit der Utopie von Bergen in Berlin oder mit den vorhandenen „Bergchen“ in Berlin beschäftigen, als Vergangenheitsverarbeitung, Zustandsbericht oder als Utopie.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch: