Chris Dreier
SLEEPWALKING IN BERLIN
Videoinstallation | Fotografie

 

Chris Dreier_web

 

Eröffnung: Fr. 13.02.2015  –  19 Uhr
Ausstellung: 14.02. – 01.03.2015 – Do -So  15-19 Uhr

 

 

Chris Dreier: SLEEPWALKING IN BERLIN – in Zusammenarbeit mit Reinhard Wilhelmi

Beobachtungen auf weitläufigen Spaziergängen durch Berlin, neue Häuser, unbewohnte, absurde, bemalte, aus der Mode gekommene. Lichtenberg, Hohenschönhausen, Biesdorf, Adlershof, ..kilometerweit ziehen sich die Vororte, neue Siedlungen werden gebaut. Überhaupt wird gebaut, was das Zeug hält, jede Lücke gefüllt, nicht nur am Stadtrand, auch im Zentrum schiessen jede Menge Eigentumswohnungen aus dem Boden, z.B. am Gleisdreieck mit absurden Namen wie „The Park Side of Life“. Nebenher ein Abstecher in die belgische Stadt Charleroi, wo derzeit das halbe Bahnhofsviertel durch ein Einkaufszentrum ersetzt wird.

Viele Besucher und Bewohner der Stadt lassen nicht mehr den Blick schweifen, sondern bewegen sich auf vorgegebenen Wegen in das Zentrum, die Augen nach unten auf das Smartphone gerichtet, Headphones in den Ohren, dauerkommunizierend. Der tote Raum um sie herum wird immer mehr von normierter, schnell alternder Hochglanzarchitektur und von der Werbe- Einkaufs- und Unterhaltungsindustrie gefüllt. Und wer hat überhaupt schon Zeit spazieren zu gehen. Nur nachts sind alle Schatten grau und selbst die banalsten Bürohäuser – von denen Berlin mehr als genug hat – bekommen etwas Erhabenes, wenn sie im Dunkeln vor sich hin blinken.

 

 

Chris Dreier

Chris Dreier wurde 1961 in Wuppertal geboren und lebt seit 1980 in Berlin. 1983–87 Studium der Visuellen Kommunikation an der HdK Berlin bei Prof. Ramsbott (Meisterschüler). 1981–82 Mitglied der Avantgardeband „Die Tödliche Doris“. Bis 1987 Arbeiten mit dem Medium Super-8-Film sowie Textperformances mit dem Autor D. Holland-Moritz in Berlin, Hamburg, München, Amsterdam. Teil des Wolfgang Müller-Filmpakets auf Tour in Westdeutschland, New York und Tokio, Beiprogramm zur Dokumenta 8 in der Galerie Martin Schmitz, Kassel. Einzelausstellungen mit Fotografien, Zeichnungen und Fundobjekten (Galerie Eisenbahnstraße, Berlin u.a.). Seit 1999 Malerei (bis 2009) und experimentelle Lochkamerafotografie, seit 2012 zusätzlich Video und Installation. Einzelausstellungen bei Galerie Knoth & Krüger, Kulturpark Villa Kladow, Laura Mars Grp., Endart, Milchhof Pasteur, Berlin, Galerie Grölle, Wuppertal (u.a.). 2010 Gründung der Noizeband Burqamaschinen, Auftritte und Performances im Centre Passerelles in Brest, HAU, SO 36, Berlin (u.a.). Teilnahme an diversen Gruppenausstellungen (Kunstamt Kreuzberg, Staatsgalerie Prenzlauer Berg, Kunstraum T27, ARD-Hauptstadtstudio, September, Berlin, Logeraum, Hamburg, Globe Gallery, UK, New Mexico Museum of History, USA, MWW, Wroclaw, u.a.).

Einzelpublikationen: The Grim North Series, Maas Media Verlag 2009, Souvenir de Verdun, Maas Media Verlag 2010, Pinhole Shots 2000-2011, Maas Media Verlag 2011

www.chrisdreier.de